Frederick Koch †

Prof. Dr. rer. nat.

Fakultät für Physik
Ehemaliger Ordinarius für Experimentalphysik


geb. 01.06.1937

gest. 29.07.2012

Wissenschaftliche Arbeit

Mit seiner Promotionsarbeit an der Berkeley University legte Frederick Koch das Fundament für die innovative und erfolgreiche Erforschung des elektrischen Transports an metallischen Oberflächen. Seine Entdeckung der im Magnetfeld als Oberflächenzustände gebundenen Elektronen und ihre Bedeutung für die Erforschung von lokalen Eigenschaften der Fermi-Flächen brachten ihm frühe Anerkennung der Fachwelt ein. Im supraleitenden Zustand konnte er solche Oberflächenzustände für Quasiteilchen in der London-Eindringtiefe nachweisen. An der University of Maryland leitete Koch eine eigene Arbeitsgruppe und wurde in jungen Jahren bereits zum Full Professor ernannt. Wissenschaftliche Kontakte zu den IBM-Laboratorien und dem Siemens-Forschungszentrum weckten sein Interesse für die Halbleiterphysik und die Untersuchung bauelementrelevanter Strukturen für die Halbleiterelektronik. Mit Frederick Koch ist eine sehr fruchtbare Zeit der grundlegenden und angewandten Halbleiterforschung in der Physik der Technischen Universität München verbunden. Zusammen mit einer Gruppe motivierter und begabter Mitarbeiter, zu denen auch der spätere Nobelpreisträger Klaus von Klitzing gehörte, verfasste er eine Vielzahl von sehr originellen wissenschaftlichen Arbeiten. Mit ersten Veröffentlichungen über spektroskopische Untersuchungen zum Transport sowie zu elektronischen Zuständen im zweidimensionalen Elektronengas an der Si/SiO2-Grenzfläche von MOS-Strukturen ist die Gruppe um Frederick Koch weltweit bekannt geworden. Im Jahr 1988 wurde sein Einsatz um die Halbleiterforschung in München mit der Eröffnung des Walter-Schottky-Instituts in Garching gekrönt.

 

Kurzbiographie

1954 – 1958Studium der Physik und Mathematik, University of New York, USA
1962 Promotion, University of California, Berkeley, USA
1962 – 1963Research Assistant Professor, University of California, USA
1963 – 1969 Assistant Professor, University of Maryland, USA
1969 – 1971 Associate Professor, University of Maryland, USA
1971 – 1972 Full Professor, University of Maryland, USA
1972 – 2005 Ordinarius für Experimentalphysik, TU München

 

Mitgliedschaften und Auszeichnungen

Mitglied des Apparate-Ausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) (1981-1987)

Mitglied der American Physical Society (seit 1988)

Mitglied des Senats und des Hauptausschusses der DFG im Bereich Festkörperphysik (1989-1995)

Mitglied der Kommission Blaue Liste des Wissenschaftsrats (1995-2001)

Vorsitzender des Auswahlausschusses der Alexander von Humboldt-Stiftung für das Hertie-Stipendium (1974-2005)

Mitglied im Hauptausschuss der DFG (1989-2005)

Mitglied im Senat der DFG (1989-2005)

 

Forschungsaufenthalte

Woodrow Wilson Fellow, University of California, Berkeley, USA (1959)

National Science Foundation Fellowship, USA (1960-1963)

Fellow, Cambridge University, UK (1970)

Research Fellow, Danmarks Tekniske Universitet (DTU), Dänemark (1970)

National Academy of Sciences, Washington DC, USA (1969-1970)

Institute for Physical Problems der Russian Academy of Sciences, Moskau, Russland (1969-1970)

Stellvertretender Direktor des Hochfeld-Magnetlabors der MPG/CNRS am Laue-Langevin Institut, Grenoble, Schweiz (1975-1976)

 

Preise und Ehrungen

  • Young Scientist Award, Maryland Academy of Science, USA (1971)

Erläuterungen zu Preisen und Ehrungen finden Sie hier (pdf-Datei zum Herunterladen).