
Wolfgang M. Heckl
Prof. Dr.
Ehemaliger Ordinarius für Wissenschaftskommunikation (Oskar von Miller-Lehrstuhl)
TUM School of Scocial Sciences and Technology
TUM School of Natural Sciences
geb. 10.09.1958
Wissenschaftliche Laufbahn und Profil
Wolfgang M. Heckl zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der Wissenschaftskommunikation in Deutschland und hat deren institutionelle Verankerung an Universität und Forschungsmuseum entscheidend vorangetrieben. Als Physiker und Nanowissenschaftler verbindet er Grundlagenforschung, öffentliche Vermittlung und kulturpolitische Verantwortung in ungewöhnlicher Weise.
Nach dem Studium der Physik an der Technischen Universität München promovierte er 1988 im Bereich der Biophysik. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem an die University of Toronto sowie zu IBM Research in die Arbeitsgruppe des Nobelpreisträgers Gerd Binnig. 1993 habilitierte er sich in Experimentalphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und übernahm dort eine Professur.
Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf Rastertunnelmikroskopie, molekulare Selbstorganisation und supramolekulare Systeme. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er unter anderem durch die gezielte Manipulation einzelner Atome mit dem Rastertunnelmikroskop („kleinstes Loch der Welt“, Guinness Book of Records 1993). Er veröffentlichte mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten.
2004 wurde Wolfgang M. Heckl zum Generaldirektor des Deutschen Museums berufen, das er über zwei Jahrzehnte leitete und strategisch wie baulich neu ausrichtete. In seine Amtszeit fielen die umfassende Generalsanierung des Stammhauses sowie die Weiterentwicklung des Museums als Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft.
2009 folgte er dem Ruf auf den Oskar-von-Miller-Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation an der Technischen Universität München. Dort etablierte er Wissenschaftskommunikation als akademisch verankertes Lehr- und Forschungsfeld und verband universitäre Ausbildung, schulische Lehrerfortbildung und museale Vermittlung.
Über seine Forschung hinaus entwickelte Heckl mit dem Begriff „Molekülismus“ eine künstlerische Position an der Schnittstelle von Nanowissenschaft und bildender Kunst. Seine Arbeiten übertragen Prinzipien molekularer Selbstorganisation in makroskopische Bildkompositionen und reflektieren die ästhetischen und erkenntnistheoretischen Dimensionen naturwissenschaftlicher Erkenntnis.
Mit seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2025 und seiner Ernennung zum TUM Emeritus of Excellence bleibt Wolfgang M. Heckl der Technischen Universität München weiterhin eng verbunden.
Akademische Stationen
| 1978–1985 | Studium der Physik, Technische Universität München |
| 1988 | Promotion zum Dr. rer. nat., Technische Universität München |
| 1988–1989 | Postdoc, University of Toronto |
| 1989–1990 | Postdoc, IBM Research (Arbeitsgruppe Gerd Binnig |
| 1993 | Habilitation in Experimentalphysik, Ludwig-Maximilians-Universität München |
| 1993–2009 | Professor für Experimentalphysik, Ludwig-Maximilians-Universität München |
| 2004–2025 | Generaldirektor, Deutsches Museum, München |
| 2009–2025 | Oskar-von-Miller-Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation, Technische Universität München |
| 2025 | Eintritt in den Ruhestand; Ernennung zum TUM Emeritus of Excellence |
Auszeichnungen
- Philip-Morris-Forschungspreis (1993)
- Communicator-Preis des Stifterverbandes (2002)
- Descartes Prize for Science Communication der Europäischen Kommission (2004)
- Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland (2008)
- Ehrenring der Eduard-Rhein-Stiftung (2015)
- Goldene Hermann-Oberth-Medaille (2017)
- Arthur-Burkhardt-Preis (2020)
- Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland (2024)
- Pro meritis scientiae et litterarum (2025)
Erläuterungen zu Preisen und Ehrungen finden Sie hier (pdf-Datei zum Herunterladen 251 KB).