Die Rede von Michael Molls zur Ausstellungseröffnung steht als PDF zur Verfügung (165 KB).
In seinem Grußwort sprach Michael Molls von seiner Alma Mater, der Universität Freiburg. An deren Kollegiengebäude I stand ab 1909 das Motto „Die Wahrheit wird euch frei machen“ – ein Satz aus dem Johannes Evangelium. 1933, im Jahr der Bücherverbrennungen, erfolgte die „infame Rektoratsrede“ von Martin Heidegger, 1934 der Brand im Dach des Kollegiengebäudes und 1936 brachten die Nationalsozialisten die neue Inschrift „Dem ewigen Deutschtum“ an. Den damaligen Entwicklungen und der verbrecherischen NS-Ideologie stellte Molls die humanistischen Ideen Thomas Manns gegenüber. Bevor Thomas Mann mit seiner Frau Katia 1933 ins Exil ging, bekannte er sich in einer seiner Reden zur Ideeneinheit von "Freiheit, Bildung, Menschlichkeit, Duldsamkeit, Hilfsbereitschaft und Sympathie“.
Michael Molls betonte, dass Wissenschaft dem Wahrheitsgebot verpflichtet ist – und der Beitrag der Universität zur Stärkung der Demokratie darin besteht, verantwortungsvoll zu lehren und zu forschen. Nach seiner Auffassung kann auch die Kunst zur Wahrheitsfindung beitragen und Dimensionen erschließen, die über naturwissenschaftliche Erkenntnisse hinausreichen.
Die Ausstellung ist Teil eines größeren Projekts anlässlich des 150. Geburtstags von Thomas Mann, das das TUM Center for Culture and Arts gemeinsam mit dem Thomas-Mann-Forum München e.V. gestaltet. Sie ist bis zum 15. Januar 2026 täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet; ein begleitendes Programm mit Führungen und einer Hör- und Leseecke ergänzt das Angebot.
Weitere Informationen zur Ausstellung
https://www.tum.de/aktuelles/veranstaltungen/details/thomas-mann-in-der-brandlandschaft-der-demokratie
Auch die einführende Rede des Kurators Eckhard Zimmermann ist als PDF abrufbar (163 KB)