Die Sendung stellt die Frage, warum technologisch anspruchsvolle Innovationen in Deutschland entstehen, jedoch im internationalen Vergleich häufig außerhalb Deutschlands skaliert und wirtschaftlich verwertet werden. Anhand mehrerer Unternehmensbeispiele wird die strukturelle Dimension dieser Problematik verdeutlicht.
Helmut Krcmar ordnet die Ursachen dieser Entwicklung ein. Als Mitautor der Studie und Vorsitzender des Forschungsausschusses des MÜNCHNER KREIS e. V. verweist er auf eine Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit und wirtschaftlicher Wertschöpfung. Während Deutschland in der Grundlagenforschung international wettbewerbsfähig ist, bestehen Defizite bei der Skalierung technologieintensiver Entwicklungen, bei der Verzahnung von Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Hand sowie bei der langfristigen Wachstums- und Risikofinanzierung. Im Ergebnis gelingt es häufig nicht, aus technologischer Exzellenz nachhaltiges Wachstum und internationale Marktpositionen zu entwickeln.
Die im Interview angesprochenen Befunde knüpfen an die 2024 veröffentlichte Zukunftsstudie „Das Deep Tech Manifest“ des MÜNCHNER KREIS e. V. an. Die Studie analysiert die strukturellen Rahmenbedingungen für Deep-Tech-Innovationen in Deutschland und formuliert Handlungsempfehlungen zur Stärkung von Skalierungsfähigkeit und Wettbewerbsposition.
Die Frage nach den Bedingungen erfolgreicher Innovation und nach den Übergängen von wissenschaftlicher Invention zur wirtschaftlichen Umsetzung steht auch im Zentrum des SEF-Kurzsymposiums „Invention – Innovation“ am 23. März 2026.
SEF-Kurzsymposiums „Invention – Innovation“ am 23. März 2026.
Medien / Weiterführende Links
„Report München“ (ARD, 4. Februar) – Beitrag in der Mediathek
Zukunftsstudie des MÜNCHNER KREIS e. V. (2024)