Professor Hans Hauner | Zur politischen Debatte um eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke
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Hintergrund der aktuellen Initiative
Anlass der aktuellen Debatte ist eine Initiative zur Einführung einer bundesweit nach Zuckergehalt gestaffelten Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke. Hintergrund sind anhaltend hohe Raten von Übergewicht und ernährungsbedingten Erkrankungen sowie der im europäischen Vergleich hohe Konsum entsprechender Getränke in Deutschland.
In mehreren aktuellen Beiträgen von Deutschlandfunk und WDR 5 hat sich Hans Hauner, langjähriger Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin, an dieser Diskussion beteiligt. Die umgangssprachlich als „Zuckersteuer“ bezeichnete Maßnahme beschreibt Hans Hauner als eine gestaffelte Herstellerabgabe, die an den Zuckergehalt von Getränken gekoppelt ist.
Zucker in flüssiger Form gilt aus ernährungsmedizinischer Sicht als besonders problematisch. Zuckerhaltige Getränke liefern rasch erhebliche Energiemengen, ohne in vergleichbarem Maß zu sättigen. Der regelmäßige Konsum ist mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes sowie kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden.
Internationale Erfahrungen
Als Referenz nennt Hans Hauner internationale Erfahrungen, insbesondere Großbritannien. Dort führte die Einführung einer gestaffelten Herstellerabgabe 2018 zu einer deutlichen Reformulierung des Angebots, da Hersteller ihre Rezepturen an definierte Schwellenwerte anpassten. Die Maßnahme könne das Adipositasproblem nicht allein lösen, sei jedoch ein wirksamer Bestandteil eines umfassenderen Maßnahmenbündels.
Kontroverse Positionen in der öffentlichen Debatte
In der Deutschlandfunk-Sendung „Streitkultur“ diskutierte Hans Hauner mit Dr. Philip Prinz von der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker über die Wirksamkeit einer solchen Abgabe. Dr. Prinz argumentierte, Übergewicht sei primär als Folge einer gestörten Energiebilanz zu verstehen und vor allem durch Ernährungsbildung sowie Bewegungsförderung zu adressieren. Hans Hauner betonte demgegenüber die Bedeutung verbindlicher Rahmenbedingungen. Diese könnten – ergänzend zur individuellen Verantwortung – das Angebot zuckerreicher Produkte reduzieren und damit den Konsum strukturell beeinflussen.
Die vollständigen Beiträge sind abrufbar unter:
– Deutschlandfunk: „Was eine Zuckersteuer bringen könnte“ (24.02.2026)
– Deutschlandfunk „Streitkultur– Zuckersteuer – Richtiger Weg zu mehr Gesundheit?“ (21.02.2026)
– WDR5: „Quarks fragt — Wissenschaft und mehr“ Interview mit Hans Hauner ab Minute 39:15 (18.02.2026)