Professor Fritz Frenkler würdigt Erik Spiekermann – über die Wirkung guten Designs
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Fritz Frenkler und Erik Spiekermann verbindet dabei ein gemeinsames Verständnis von Gestaltung, das auf der unmittelbaren Erfahrung von Material und Herstellungsprozessen beruht. Anlässlich seines Eintrags in das Goldene Buch von Stadthagen am 10. September 2026 plädierte Erik Spiekermann dafür, angesichts einer zunehmend digitalen Welt die unmittelbare Erfahrung von Material und Dingen nicht zu verlieren. Einen ganz ähnlichen Gedanken formuliert Professor Fritz Frenkler in einem 2026 erschienenen Interview der rams foundation zur Zukunft der Designausbildung. Darin nennt er Erik Spiekermanns Berliner Druckwerkstatt als Beispiel dafür, wie Gestalter durch die Arbeit mit Papier, Druckverfahren und Materialien deren Eigenschaften und gestalterische Möglichkeiten unmittelbar erfahren. Gestaltung entsteht nicht allein am Bildschirm.
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage:
Was leistet Design in einer Welt, die zunehmend durch Wissenschaft und Technologie geprägt wird?
„The State of Design“ – Design als interdisziplinäre Aufgabe
Die Senior Excellence Faculty griff diese Frage 2022 mit dem interdisziplinären Symposium „The State of Design“ im TUM Akademiezentrum Raitenhaslach auf. Fachleute aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und aus der Praxis diskutierten über die Bedeutung von Design für die Gesellschaft und seine Rolle als Schlüsseldisziplin in der universitären Ausbildung.
Aus dem Symposium ging 2023 die bei TUM.University Press erschienene Publikation „The State of Design“ hervor, mit einem Geleitwort des international renommierten Industriedesigners Dieter Rams. Der Band führt unterschiedliche fachliche Perspektiven auf Design zusammen und versteht Gestaltung nicht als ästhetischen Zusatz am Ende eines Entwicklungsprozesses, sondern als integralen Bestandteil von Forschung, Lehre und Entwicklung.
Der Bezug zum Munich Design Institute ist in „The State of Design“ bewusst angelegt. In seinem Grußwort greift TUM-Präsident Professor Thomas F. Hofmann diesen Bezug auf und spannt den Bogen vom 2006 an der TUM etablierten Industrial Design unter Professor Fritz Frenkler zum damals geplanten Munich Design Institute. Dessen Auftrag beschreibt er als Integration von Design mit Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften sowie der Medizin.
Ein neuer institutioneller Ort für Design
Vier Jahre nach dem Symposium wird am 12. November 2026 das Munich Design Institute unter der Leitung von Professor Annette Diefenthaler offiziell eröffnet. Als sechstes Integratives Forschungsinstitut der TUM soll es unter dem Leitgedanken „Society-Centered Research and Innovation Through Design“ unterschiedliche Disziplinen zusammenführen und Design als Ansatz für wissenschaftliche, technologische und gesellschaftliche Herausforderungen weiterentwickeln.
Mehr zum Munich Design Institute:
„Innovationen vertrauenswürdig und gesellschaftsfähig gestalten“ – Interview mit TUM-Präsident Professor Thomas F. Hofmann und Professor Annette Diefenthaler