Fritz Frenkler bezieht sich auf Dieter Rams’ Haltung „Less, but better“ und unterstreicht deren Relevanz vor dem Hintergrund steigender Energie- und Materialkosten sowie ökologischer Herausforderungen.
Mit Nachdruck äußert er sich zur Ausbildung: Mit der Verlagerung von Entwurfsprozessen an Bildschirm und Tastatur gehe vielerorts der Bezug zu Maßstab, Proportion und Material verloren. Gute Gestaltung erfordere jedoch physische Erfahrung. Dazu zählen Zeichnen im Maßstab 1:1, die Arbeit am Modell sowie ein solides Verständnis von Werkstoffen und technischer Umsetzbarkeit.
Den Einsatz von 3D-Druck im Ausbildungskontext bewertet Frenkler entsprechend kritisch. Statt Modellbaukompetenz systematisch zu fördern, würden vielerorts große 3D-Druckkapazitäten aufgebaut und Entwürfe aus Zeitdruck „durchgewunken“, ohne sie bis in die Details zu durchdenken. Seine Diagnose ist deutlich: „3D-Druck ist für die Gestaltungsausbildung und -qualität eine Katastrophe.“
Auch zur Künstlichen Intelligenz bezieht Fritz Frenkler klar Stellung: Er warnt, KI gefährde nicht nur das Berufsfeld Design, sondern bei fehlender Kontrolle das gesamte kreative Leben. Zugleich betont er, dass KI als Werkzeug sinnvoll eingesetzt werden kann – sie könne jedoch handwerkliche Praxis und menschliches Urteil nicht ersetzen. Für verantwortliche Gestaltung plädiert Fritz Frenkler dafür, handwerkliches Können und physische Erfahrung wieder stärker in Entwicklungsprozesse zu integrieren – und Produkte von Beginn an auf Pflege, Instandhaltung und Reparierbarkeit auszurichten.
Zum vollständigen Interview der rams foundation:
https://rams-foundation.org/magazin/interviews/fritz-frenkler