Mit seinem am 30. Januar 2026 veröffentlichten Grundsatzpapier „Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040“ richtet der Wissenschaftsrat den Blick auf die langfristige Entwicklung des Wissenschaftssystems. Neben wissenschaftlicher Exzellenz benennt das Papier weitere gleichrangige Funktionserwartungen – darunter gesellschaftliche Wirkung, Integrität, Teilhabe, Diskursfähigkeit sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.
Wissenschaft wird darin ausdrücklich nicht allein über Forschung und Lehre definiert, sondern auch über ihre Rolle in gesellschaftlichen, politischen und institutionellen Zusammenhängen.
Zugleich betont der Wissenschaftsrat, dass Vertrauen in Wissenschaft aktiv gesichert und immer wieder neu verdient werden muss.
Viele dieser erweiterten Dimensionen werden an der TUM seit Jahren auch durch die Emeriti of Excellence und die TUM Senior Excellence Faculty getragen. Dazu zählen unter anderem:
- Mitwirkung in universitären Gremien sowie in Ombuds-, Compliance- und Vertrauensfunktionen, einschließlich der Tätigkeit als Berichterstatter in Berufungsverfahren
- wissenschaftspolitische Einordnung zentraler Zukunftsthemen
- Beiträge zu Dialogformaten zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit
Emeritierte Spitzenwissenschaftler bringen dabei Erfahrungen ein, die über die unmittelbare Forschung hinausreichen – insbesondere auch dort, wo langfristige Systemfragen bewertet und eingeordnet werden.
Das WR-Papier macht in diesem Zusammenhang deutlicher sichtbar, welche Rolle solche Beiträge im erweiterten Wissenschaftsauftrag spielen und wie anschlussfähig sie im aktuellen wissenschaftspolitischen Kontext sind.
Diese Einordnung fällt zugleich in eine Phase, in der sich die Einrichtung der Emeriti of Excellence zum zwanzigsten Mal jährt. Die Initiative wurde am 1. November 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative gegründet; die ersten Ernennungen erfolgten im Juli 2007.
Das Jubiläum bietet Anlass, die gewachsene Rolle der Senior Excellence Faculty im institutionellen Gefüge der TUM sowie im erweiterten Wissenschaftsauftrag erneut zu reflektieren.
Download: Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040
(Wissenschaftsrat, 30.01.2026)