Angelika Görg

Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. habil.

Wissenschaftzentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt
Professorin für das Fachgebiet Proteomik

geb. 10.12.1943

angelika.gorg@wzw.tum.de
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Wissenschaftliche Arbeit

Angelika Görg wurde für ihr pionierhaftes Wirken auf dem Gebiet der Proteomik weltweite Anerkennung zuteil. Die Naturwissenschaftlerin hat durch ihre methodischen Neuentwicklungen auf dem Gebiet der elektrophoretischen Trennverfahren – insbesondere der hochauflösenden zweidimensionalen Elektrophorese zur simultanen Auftrennung und Quantifizierung von Tausenden von Proteinen – ganz wesentlich dazu beigetragen, die Proteomanalyse auf internationaler Ebene voranzubringen. Die Proteomanalyse ist eines der am schnellsten wachsenden Forschungsgebiete des Post-Genom-Zeitalters sowie der Life-Sciences und erfasst die Gesamtheit aller Proteine, die zu einem bestimmten Zeitpunkt, unter ganz bestimmten Bedingungen in einer Zelle, einem Gewebe oder einem Organismus exprimiert ist. Sie gibt Einblick in das komplexe Stoffwechsel- und Regulationsgeschehen eines biologischen Systems und reflektiert den physiologischen oder pathologischen Zustand einer Zelle. Außerdem liefert sie z. B. potentielle Diagnosemarker bzw. Zielproteine für pharmakologische Intervention. Das Proteinuniversum ist – im Gegensatz zum statischen Genom – hochdynamisch, komplex, von Zelltyp zu Zelltyp unterschiedlich und eine analytische Herausforderung. Dieses dynamische System zu erforschen und die Ergebnisse international bekannt zu machen ist ein zentrales Anliegen von Angelika Görg. Sie hat zahlreiche wissenschaftliche Preise erhalten und weltweite Proteom-Kongresse geleitet. Als Senior Editor bzw. als Mitglied im Editorial Board ist sie in Herausgeberfunktion bei zahlreichen Fachzeitschriften vertreten und wird als Gutachterin international angefragt. Derzeit ist Angelika Görg Mitglied des Beirats der global vertretenen Human Proteome Organization (HUPO). An der Technischen Universität München engagiert sie sich auch im Ruhestand unter anderem im Board of Trustees des Institute for Advanced Study sowie als Kommissionsmitglied des Programms Post Doc Mobility Fellowship.

 

Kurzbiographie

1963 – 1969Studium der Biochemie, Universität Tübingen, und Lebensmittelchemie, TU Stuttgart
1973 Promotion im Fach Lebensmitteltechnologie, TU München-Weihenstephan
1973 – 1989 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, TU München-Weihenstephan
1989 – 1993 Akademische Direktorin, TU München-Weihenstephan 
1993 – 1995Kommissarische Leitung des Lehrstuhls für Allgemeine Lebensmitteltechnologie, TU München-Weihenstephan
1993 – 2009 Professorin, TU München-Weihenstephan, Fachgebiet Proteomik

 

Mitgliedschaften und Auszeichnungen

Präsidentin der Deutschen Elektrophoresegesellschaft (1992-2001)

Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Proteomforschung (DGPF) (2001-2005)

Mitglied des Kuratoriums des Institute for Advanced Study der Technischen Universität München (seit 2007)

Chair of the Education and Training Committee of HUPO (2002-2009)

Ehrenmitglied der Britischen Proteome Gesellschaft, Cambridge-Hinxton (2010)

Ehrenmitglied der Spanischen Proteome Gesellschaft, Segovia (2011)

Mitglied des Board of Directors der Human Proteome Organization (HUPO) (2002-2012)

 

Senior Editor der Zeitschrift Proteomics, Wiley-Blackwell

Senior Editor der Zeitschrift Proteomics – Clinical Applications, Wiley-Blackwell

 

Forschungsaufenthalte an der University of Michigan, Ann Arbor, USA und den National Institutes of Health, Bethesda, USA (1985-1987)

Wissenschaftliche Leitung und Veranstaltung von internationalen Proteom-Kongressen (Electrophorese Forum 1999, Proteomic Forum 2001, 2003, 4th HUPO World Congress, in München)

Proteom-Analyse-Fortbildungskurse für Wissenschaftler aus Industrie und Academia (GDCH, FEBS)

 

Forschungsprojekte

EU-Projekt, Proteom Analysis Group Europe, Saccharomyces Cerevisiae (PAGES) (1994-1998)

Pharmaprojekt mit Rhone-Poulenc, Proteomic analysis of differentially regulated proteins in brain ischemia, Paris (2000-2002)

DFG-Projekt, Stressproteine von Milchsäurebakterien unter subletaler Hochdruckbehandlung (2000-2004)

BMBF-Projekt, Neue Methoden zur Proteomanalyse: Anwendung und Verknüpfung mit Metabolomanalysen am Beispiel von Corynebacterium glutamicum (2002-2005)

 

Preise und Ehrungen

  • Award of the British Electrophoresis/Biochemical Society, Glasgow (1992)
  • Award of the Japanese Electrophoresis Society, Tokio (1994)
  • Heinz-Maier-Leibnitz-Medaille der TU München (2001)
  • Bundesverdienstkreuz am Bande (2003)
  • HUPO Distinguished Achievement Award in Proteomics, Peking (2004)
  • Bayerischer Verdienstorden (2011)

Erläuterungen zu Preisen und Ehrungen finden Sie hier (pdf-Datei zum Herunterladen).